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Trauma

Alle Menschen tragen traumatisierte Anteile in sich – oft mit schwerwiegenden Folgen. Trauma-Bewusstsein ist jedoch noch immer selten. HUMAN21. setzt sich aktiv dafür ein, dieses Bewusstsein zu fördern. Denn es ist die Grundlage, um die Ursachen menschlichen Leids zu verstehen, Heilung zu ermöglichen und die Welt zu einem mitfühlenderen Ort zu machen.

Traumata entstehen, wenn wir überwältigende Erfahrungen machen, die so viel Stress auslösen, dass wir keinen gesunden Umgang damit finden. Entscheidend ist nicht allein die überfordernde Erfahrung selbst, sondern dass wir in dieser Not allein gelassen werden. Die Traumaforschung unterscheidet verschiedene Typen von Traumata. Die Begriffe variieren, doch sie beschreiben im Kern ähnliche Prozesse.

Von einem Schocktrauma spricht man, wenn ein plötzlicher, unvorhersehbarer Vorfall geschieht, der uns erschüttert. Das kann der Tod eines geliebten Menschen sein, eine Naturkatastrophe oder für ein Kind die überraschende Trennung der Eltern. Wenn Kinder nach solch schockierenden Nachrichten nicht begleitet werden – in der Fachsprache spricht man von Co-Regulation –, „friert“ die Erfahrung gewissermassen im Körper ein. Sie bleibt bestehen und kann das Leben stark einschränken. Heilung ist dann nur durch professionelle “Traumatherapie” oder durch korrigierende Erfahrungen möglich.

Von komplexen Traumata ist die Rede, wenn verletzende Erfahrungen in zwischenmenschlichen Beziehungen über längere Zeit anhalten und ungenügend begleitet werden. Dazu gehören Mobbing in der Schule oder Eltern, die ihrem Kind nicht die notwendige Liebe, Sicherheit und den Schutz geben können, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. Dabei spielen frühkindliche Erfahrungen (beginnend während des Schwangerschaft bis ca. zum dritten Lebensjahr) eine besonders zentrale Rolle.

Chronische Traumata entstehen, wenn Menschen über lange Zeit extremen Belastungen ausgesetzt sind – etwa durch Krieg, Flucht, Hunger oder Rassismus. Sie erleben Tag für Tag eine überwältigende Not, ohne ausweichen zu können und ohne Unterstützung. Chronische Traumata betreffen oft ganze Gesellschaften oder Länder und führen zu kollektiven, tiefen Wunden.

Transgenerationale Traumata sind durch die Epigenetik erforscht und belegt. Traumatische Erfahrungen können von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. So leiden zum Beispiel viele Nachkommen von Holocaust-Überlebenden noch in der dritten Generation unter schweren Depressionen, obwohl sie selbst niemals in einem Konzentrationslager waren. In der Traumaforschung geht man heute davon aus, dass solche Weitergaben mindestens über sieben Generationen hinweg wirken können.

HUMAN21. verschafft Menschen einen Zugang zu Trauma-Bewusstsein. So schmerzhaft der Gedanke ist, traumatisierte Anteile in sich zu tragen, so befreiend und motivierend kann es sein, diese inneren Verletzungen nicht länger mitzutragen oder im Alltag darunter zu leiden. Die Trauma-Forschung ist sich einig: Jedes Trauma kann heilen.

HUMAN21. ermutigt zu einem ersten, einfachen Schritt – der Bewusstheit darüber, dass wir alle verletzte, traumatisierte Anteile in uns tragen. Denn erst wenn wir sie sehen, können wir sie auch wandeln.